Celje, Ptuj, Maribor
Drei mittelalterliche Städte mit römischem Erbe, Burgen und Weinkultur – eine Rundreise durch Ostslowenien
Autor: Ursula
Celje, Ptuj und Maribor: Eine Route durch Ostslowenien
Wer Slowenien bereist, konzentriert sich häufig auf Ljubljana, den Bleder See, die Alpen oder die Küste. Der Osten des Landes wird dabei leicht übersehen. Das ist schade, denn rund um Celje, Ptuj und Maribor liegen einige der interessantesten historischen Städte Sloweniens.
Die drei Orte eignen sich gut für eine kleine Rundreise. Dabei musst du nicht jeden Tag große Entfernungen zurücklegen. Zwischen den Städten liegen überschaubare Strecken, sodass genügend Zeit für Besichtigungen, Essen und spontane Stopps bleibt.
Celje: Die Stadt der Grafen von Cilli
Celje ist ein guter Ausgangspunkt für die Route. Die Stadt liegt an der Savinja und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Schon die Römer gründeten hier die bedeutende Siedlung Celeia.
Heute erinnert vor allem die Burg Celje an die spätere Bedeutung der Stadt. Die Ruine liegt oberhalb von Celje und war einst Sitz der Grafen von Cilli. Von der Burg hast du einen weiten Blick über die Stadt und das Savinja-Tal.
Auch die Altstadt lässt sich gut zu Fuß erkunden. Der Fürstenhof, das Regionalmuseum und die historische Architektur erzählen von unterschiedlichen Epochen der Stadtgeschichte.
Für Celje solltest du einen halben bis ganzen Tag einplanen. Wer mehr Zeit hat, kann die Stadt außerdem als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung nutzen.
Ptuj: Sloweniens älteste Stadt
Von Celje geht es weiter nach Ptuj. Die Stadt liegt an der Drau und gehört zu den ältesten dauerhaft besiedelten Orten Sloweniens. Bereits in römischer Zeit war Poetovio ein bedeutendes Zentrum.
Heute ist vor allem die kompakte Altstadt sehenswert. Rund um den Mestni trg und den Slovenski trg stehen historische Bürgerhäuser, dazu kommen der Stadtturm und das Orpheus-Denkmal aus römischer Zeit.
Über der Stadt thront die Burg Ptuj. Sie beherbergt das Regionalmuseum und bietet einen schönen Blick auf die Dächer der Altstadt und die Drau.
Eine Besonderheit von Ptuj ist das Kurentovanje. Der traditionelle Karneval mit den auffälligen Kurent-Figuren gehört zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Wenn deine Reise im Februar oder rund um die Karnevalszeit stattfindet, kann Ptuj dadurch besonders lebendig sein.
Maribor: Wein und die Drau
Von Ptuj führt die Route weiter nach Maribor, der zweitgrößten Stadt Sloweniens. Die Stadt liegt an der Drau und verbindet urbanes Leben mit der Weinlandschaft der slowenischen Štajerska.
Besonders schön ist ein Spaziergang entlang der Drau und durch das Viertel Lent. Hier steht auch die berühmte Stara Trta, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Maribors. Die alte Weinrebe gilt als älteste noch fruchttragende Weinrebe der Welt.
Wer sich für Wein interessiert, kann den Aufenthalt in Maribor außerdem für einen Ausflug in die umliegenden Weinberge nutzen. Die Landschaft beginnt praktisch vor den Toren der Stadt.
Maribor eignet sich deshalb gut als Abschluss der Route. Nach zwei historischen Kleinstädten wirkt die größere Stadt noch einmal ganz anders.
So lässt sich die Route planen
Für die drei Städte sind drei bis vier Tage angenehm.
Am ersten Tag kannst du Celje erkunden und dort übernachten. Am zweiten Tag geht es weiter nach Ptuj. Nach einem Rundgang durch die Altstadt bleibt Zeit für die Burg oder eine gemütliche Pause an der Drau.
Am dritten Tag fährst du nach Maribor und erkundest Lent, die Altstadt und die Stara Trta. Wer einen vierten Tag zur Verfügung hat, kann ihn für die Weinregion rund um Maribor nutzen.
Die Route funktioniert ebenso gut in umgekehrter Richtung. Wenn du aus Österreich kommst, bietet sich Maribor sogar als Einstieg an.
Mit dem Auto oder mit der Bahn?
Für die reine Städtereise ist ein Auto nicht zwingend notwendig. Celje, Ptuj und Maribor sind grundsätzlich miteinander verbunden und können auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden.
Mit dem Auto bist du allerdings flexibler, besonders wenn du zwischen den Städten noch kleinere Orte oder Weingüter besuchen möchtest.
Für die Route selbst brauchst du keine schwierigen Bergstraßen. Die Verbindungen zwischen den drei Städten verlaufen überwiegend durch das niedrigere Hügelland und sind für normale Mietwagen problemlos zu bewältigen.
Wein gehört zur Route dazu
Wer diese Region bereist, kommt am Wein kaum vorbei. Die slowenische Štajerska ist vor allem für ihre Weißweine bekannt.
Rund um Ptuj und Maribor liegen zahlreiche Weinberge und kleinere Weingüter. Je nach Jahreszeit kannst du die Landschaft ganz unterschiedlich erleben. Im Frühjahr stehen die Reben im Austrieb, im Sommer prägen die grünen Weinberge das Bild und im Herbst kommt mit der Weinlese besonders viel Leben in die Region.
Für eine Verkostung solltest du bei kleineren Weingütern besser vorher einen Termin vereinbaren. Gerade bei Familienbetrieben sind die Öffnungszeiten nicht unbedingt mit denen eines klassischen Ausflugsziels vergleichbar.
Wann lohnt sich die Reise?
Frühling und Herbst sind besonders angenehm für diese Route. Dann sind die Temperaturen meist gut für Stadtbesichtigungen und Spaziergänge, während die Sommermonate deutlich wärmer werden können.
Der Herbst hat einen zusätzlichen Reiz, wenn die Weinberge rund um Ptuj und Maribor ihre Farbe verändern und in den Weinregionen die Lese stattfindet.
Der Winter kann dagegen interessant sein, wenn du Ptuj während des Kurentovanje besuchen möchtest. Für eine klassische Rundreise sind die kürzeren Tage allerdings weniger praktisch.
Wie viel Zeit solltest du einplanen?
Celje lässt sich gut an einem halben bis ganzen Tag erkunden. Für Ptuj reicht ebenfalls ein Tag, wobei sich eine Übernachtung lohnt, wenn du die Stadt ohne Zeitdruck erleben möchtest.
Maribor ist etwas größer und verdient mindestens einen ganzen Tag. Wenn du zusätzlich ein Weingut oder die umliegende Weinlandschaft besuchen möchtest, ist ein zweiter Tag sinnvoll.
Damit ergibt sich eine angenehme Drei- bis Vier-Tage-Route durch Ostslowenien, ohne dass die Reise in ein reines Abhaken von Sehenswürdigkeiten ausartet.
Häufige Fragen
Wie weit liegen Celje, Ptuj und Maribor auseinander?
Die drei Städte liegen relativ dicht beieinander. Dadurch lässt sich die Route gut als kurze Rundreise gestalten, ohne täglich lange Strecken fahren zu müssen.
Welche Stadt eignet sich für eine Übernachtung?
Alle drei Städte eignen sich. Celje ist praktisch für den Start, Ptuj besonders für Liebhaber historischer Altstädte und Maribor bietet die größte Auswahl an Unterkünften und Restaurants.
Ist die Route auch ohne Auto möglich?
Ja. Zwischen den größeren Städten gibt es öffentliche Verbindungen. Für zusätzliche Stopps in der Weinregion ist ein Auto allerdings praktischer.
Welche Stadt ist die schönste?
Das hängt davon ab, was du suchst. Celje punktet mit Burg und mittelalterlicher Geschichte, Ptuj mit seiner kompakten historischen Altstadt und Maribor mit Drau, Wein und städtischem Leben.
Wann ist die Route besonders schön?
Für Stadtbesichtigungen sind Frühjahr und Herbst besonders angenehm. Weinliebhaber können den Herbst mit der Weinlese interessant finden, während Ptuj während des Kurentovanje einen ganz eigenen Charakter bekommt.