Slowenien mit Kindern
Zwischen Bleder See, Höhlen, Bergen und Küste gibt es viel zu erleben
Autor: Ursula
Slowenien mit Kindern: Familienurlaub zwischen Bergen, Seen und Höhlen
Slowenien ist für einen Familienurlaub erstaunlich vielseitig. Das Land ist klein, die Wege zwischen den einzelnen Regionen sind überschaubar und trotzdem gibt es ganz unterschiedliche Landschaften zu entdecken. Morgens am See, nachmittags in einer Höhle und am nächsten Tag vielleicht bei den Lipizzanern in Lipica? Genau diese Mischung macht Slowenien mit Kindern interessant.
Dabei muss es gar nicht darum gehen, möglichst viele Sehenswürdigkeiten in kurzer Zeit abzuhaken. Gerade mit Kindern ist es angenehmer, sich eine Region als Ausgangspunkt zu suchen und von dort Ausflüge zu unternehmen.
Der Bleder See ist ein guter Einstieg
Wenn Kinder zum ersten Mal mit nach Slowenien kommen, ist der Bleder See wahrscheinlich einer der unkompliziertesten Orte für die ersten Urlaubstage. Der See liegt in einer beeindruckenden Berglandschaft, gleichzeitig ist die Umgebung touristisch gut erschlossen.
Der Weg rund um den See ist etwa sechs Kilometer lang und lässt sich gemütlich in mehreren Etappen gehen. Zwischendurch gibt es immer wieder Möglichkeiten für eine Pause mit Blick auf die Insel und die Burg. Für Familien ist das angenehmer als eine Wanderung, bei der nach einer Stunde das erste Kind keine Lust mehr hat.
Natürlich gehört auch eine Fahrt mit einem traditionellen Pletna-Boot zur Insel zu den typischen Erlebnissen. Wer lieber selbst aktiv ist, findet am See verschiedene Möglichkeiten für Wassersport.
Im Sommer kann der Bleder See auch zum Baden interessant sein. Wer allerdings einen klassischen Strandurlaub erwartet, sollte seine Vorstellungen etwas anpassen. Hier geht es eher um eine schöne Kombination aus See, Bergen, Spaziergängen und kleinen Unternehmungen.
Eine Höhle ist auch bei schlechtem Wetter spannend
Ein großer Vorteil Sloweniens für Familien ist die Auswahl an Ausflugszielen, die unabhängig vom Wetter funktionieren. Die Postojna-Höhle gehört dabei zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten.
Schon die Fahrt mit der Höhlenbahn ist für viele Kinder ein Erlebnis. Anschließend geht es zu Fuß weiter durch die unterirdische Welt aus Tropfstein und großen Höhlenräumen. In der Höhle herrschen ganzjährig deutlich niedrigere Temperaturen als draußen. Eine Jacke gehört deshalb auch im Hochsommer ins Gepäck.
Die Kombination aus Zugfahrt und Höhle macht den Besuch gerade für Kinder interessant, die mit einer klassischen Wanderung nicht unbedingt glücklich werden.
In der Umgebung lässt sich der Höhlenbesuch außerdem mit der Burg Predjama verbinden. Die Burg sitzt spektakulär in einer Felswand und sieht tatsächlich ein bisschen so aus, als hätte jemand sie direkt in den Berg hineingebaut.
Pferde in Lipica
Für Familien mit Kindern, die Tiere mögen, ist Lipica im Südwesten Sloweniens eine interessante Adresse. Das Gestüt ist die Heimat der berühmten Lipizzaner und gehört zu den traditionsreichsten Einrichtungen des Landes.
Hier geht es weniger um einen klassischen Tierpark. Die Pferde gehören zum Ort und zu seiner Geschichte. Je nach Besuchsprogramm können Familien mehr über die Zucht erfahren und die Tiere bei Vorführungen erleben.
Lipica lässt sich gut mit einem Ausflug in den slowenischen Karst oder an die Küste verbinden. Dadurch entsteht ein abwechslungsreicher Urlaubstag, ohne dass mehrere völlig unterschiedliche Ziele angefahren werden müssen.
Natur erleben statt jeden Tag Programm
Slowenien eignet sich auch deshalb gut für Familien, weil Kinder nicht ständig eine Sehenswürdigkeit brauchen. Seen, Wälder, Flüsse und Berge liegen oft direkt vor der Haustür.
Rund um Bled und Bohinj gibt es zahlreiche Wanderwege. Dabei muss es nicht gleich eine große Bergtour sein. Kurze Wege zu Wasserfällen, Aussichtspunkten oder durch Wälder reichen oft völlig aus.
Auch die Vintgar-Klamm bei Bled ist ein beliebtes Ziel. Der Weg führt über Stege durch eine enge Schlucht und entlang des Flusses. Für Kinder ist eine solche Strecke häufig spannender als ein gewöhnlicher Spaziergang, weil hinter jeder Kurve etwas Neues auftaucht.
Allerdings sollte man bei beliebten Naturzielen die Besucherzahlen berücksichtigen. In der Hauptsaison lohnt es sich, früh aufzubrechen.
Ljubljana funktioniert auch mit Kindern
Auch die Hauptstadt sollte bei einer Familienreise nicht automatisch aus dem Programm gestrichen werden. Ljubljana ist vergleichsweise kompakt und lässt sich gut zu Fuß erkunden.
Die Ljubljanica, die Brücken und die Burg sorgen dafür, dass auch ein Stadtbummel abwechslungsreich bleibt. Besonders praktisch: Die historische Innenstadt ist weitgehend autofrei.
Für Familien kann es sinnvoller sein, Ljubljana nicht mit einem dicht gepackten Besichtigungsprogramm anzugehen. Ein Spaziergang durch die Altstadt, eine Pause am Fluss und anschließend ein Besuch der Burg reichen für einen Tag oft vollkommen aus.
Der Tivoli-Park bietet außerdem eine gute Möglichkeit, zwischendurch aus dem Stadttrubel herauszukommen.
Und was ist mit der slowenischen Küste?
Wer länger bleibt, kann den Familienurlaub auch mit ein paar Tagen an der Adria verbinden. Piran ist dabei sicherlich der bekannteste Ort.
Die Küste Sloweniens ist zwar kurz, dafür liegen Orte wie Piran, Portorož und Izola relativ dicht beieinander. Dadurch lassen sich Ausflüge gut miteinander verbinden.
Für Kinder ist die Küste eine willkommene Abwechslung zu Bergen und Seen. Gleichzeitig sollte man sich bewusst sein, dass Slowenien kein klassisches Strandurlaubsland wie Kroatien ist. Wer lange Sandstrände sucht, wird hier nicht unbedingt fündig. Wer historische Küstenorte, Meer und gutes Essen miteinander verbinden möchte, findet dagegen interessante Möglichkeiten.
Mit Kindern unterwegs: lieber weniger planen
Gerade bei einer Reise durch Slowenien würde ich nicht versuchen, jeden Tag eine neue Region kennenzulernen. Das Land ist zwar klein, aber die Landschaft ist teilweise bergig und manche Strecken dauern länger, als die Kilometerzahl vermuten lässt.
Eine gute Lösung sind zwei oder drei feste Standorte.
Zum Beispiel können einige Tage rund um Bled oder Bohinj liegen. Von dort lassen sich Seen, Schluchten und Wanderwege erkunden. Anschließend geht es weiter Richtung Ljubljana oder in den Karst. Wer noch Zeit hat, kann danach an die Küste fahren.
So bleibt auch mal ein Nachmittag frei. Und genau diese freien Stunden sind mit Kindern oft die schönsten: am See sitzen, ein Eis essen, einen Spielplatz finden oder einfach schauen, was sich am Weg ergibt.
Wann ist Slowenien mit Kindern besonders schön?
Die Sommermonate sind natürlich beliebt, besonders wenn Baden und Aktivitäten am Wasser auf dem Programm stehen. Dann ist allerdings auch an bekannten Ausflugszielen viel los.
Mai, Juni und September können für Familien besonders angenehm sein. Es ist vielerorts ruhiger und die Temperaturen eignen sich gut für Spaziergänge und Ausflüge. Für Bergregionen sollte man das Wetter trotzdem immer im Blick behalten.
Auch der Herbst hat seinen Reiz. Die Wälder rund um die Seen und Berge verändern dann ihre Farben, während es an der Küste oft noch angenehm mild ist.
Im Winter sieht Slowenien wiederum ganz anders aus. Dann kommen vor allem die Skigebiete und verschneiten Landschaften infrage. Höhlen und Städte bieten gleichzeitig wetterunabhängige Alternativen.
Was Familien bei der Planung beachten sollten
Ein Mietwagen kann außerhalb von Ljubljana sehr praktisch sein. Gerade wenn mehrere Naturziele auf dem Programm stehen, ist man damit flexibler. Für die Hauptstadt selbst braucht man ihn dagegen nicht unbedingt.
Bei Wanderungen sollten Familien auf festes Schuhwerk und wettergerechte Kleidung achten. In den Bergen können sich die Bedingungen schnell verändern. Auch bei scheinbar einfachen Wegen sollte man die aktuelle Situation prüfen.
Und noch etwas gehört zur Planung: Nicht jedes Ausflugsziel ist für einen Kinderwagen geeignet. Schluchten, Höhlen und Bergwege können Treppen, schmale Stege oder unebene Wege haben. Eine Rückentrage kann bei kleineren Kindern deshalb manchmal die bessere Lösung sein.
Häufige Fragen
Ist Slowenien für einen Familienurlaub geeignet?
Ja. Die überschaubaren Entfernungen, die abwechslungsreiche Natur und viele familienfreundliche Ausflugsziele machen Slowenien zu einem unkomplizierten Reiseziel für Familien.
Was können Kinder in Slowenien erleben?
Besonders interessant sind Seen, Höhlen, Schluchten, Burgen, die Lipizzaner in Lipica und die slowenische Küste. Dazu kommen zahlreiche Wander- und Naturerlebnisse.
Wo ist Slowenien mit Kindern besonders schön?
Bled und Bohinj eignen sich gut für Familien, die Berge und Seen mögen. Ljubljana bietet sich für einen Stadtaufenthalt an. Die Region um Postojna und Predjama ist interessant für Höhlen- und Burgenfans.
Braucht man mit Kindern einen Mietwagen?
Nicht unbedingt. Ljubljana und einige touristische Regionen lassen sich auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. Für mehrere Ausflüge in ländliche oder bergige Regionen ist ein Auto allerdings deutlich flexibler.
Wann ist die beste Reisezeit für Familien?
Für einen klassischen Sommerurlaub eignen sich Juni bis September. Wer es ruhiger mag, kann auch im Mai oder September reisen. Für Wintersport sind die Wintermonate interessant.
Wie viele Tage sollte man für Slowenien mit Kindern einplanen?
Eine Woche reicht für einen ersten Eindruck. Wenn Seen, Berge, Höhlen, Ljubljana und die Küste miteinander verbunden werden sollen, sind zehn bis vierzehn Tage entspannter.