Mit der Bahn durch Slowenien

Slowenien lässt sich auch ohne Auto entdecken. Das Bahnnetz verbindet Ljubljana mit vielen Regionen des Landes

Autor: Ursula

Slowenien ist ein gutes Land für eine Reise ohne eigenes Auto. Die Entfernungen sind überschaubar, Ljubljana liegt ziemlich zentral und viele Regionen lassen sich mit der Bahn oder einer Kombination aus Zug und Bus erreichen. Wer nicht selbst fahren möchte, muss deshalb nicht auf Berge, Seen, Küste oder historische Städte verzichten.

Allerdings sollte man die slowenische Bahn nicht mit einem dicht getakteten Hochgeschwindigkeitsnetz vergleichen. Die Züge sind vor allem auf den wichtigen Verbindungen praktisch. Manche touristischen Ziele liegen dagegen nicht direkt an einer Bahnstrecke. Dann geht es mit dem Bus weiter.

Gerade das macht eine Bahnreise durch Slowenien interessant. Du kannst die Fahrt entspannt genießen, musst dich nicht um Parkplatzsuche kümmern und siehst unterwegs einiges von der Landschaft.

Ljubljana ist der wichtigste Ausgangspunkt

Fast jede Bahnreise durch Slowenien lässt sich gut mit Ljubljana beginnen. Der Hauptbahnhof liegt unmittelbar am Zentrum, sodass du nach der Ankunft schnell zu Fuß in die Altstadt gelangst.

Von Ljubljana führen Bahnstrecken unter anderem Richtung Jesenice und weiter in den Nordwesten, nach Kranj und in Richtung der Alpen. Nach Westen und Südwesten geht es unter anderem Richtung Sežana und weiter zur Küste. Auch Maribor, Celje und Ptuj im Osten sind mit der Bahn erreichbar.

Damit eignet sich Ljubljana nicht nur für einen Stadtaufenthalt, sondern auch als Ausgangspunkt für mehrere Tagesausflüge.

Mit dem Zug nach Bled

Bled gehört zu den bekanntesten Reisezielen Sloweniens und lässt sich grundsätzlich mit der Bahn erreichen. Dabei solltest du allerdings wissen, dass Bled zwei Bahnhöfe hat und keiner davon unmittelbar am See liegt.

Der Bahnhof Bled Jezero liegt an der Strecke Richtung Bohinj und Nova Gorica. Er ist interessant für Reisende, die anschließend weiter Richtung Bohinj oder ins Soča-Gebiet möchten. Der Bahnhof Lesce-Bled liegt an der Hauptstrecke von Ljubljana Richtung Jesenice und ist für Reisende aus Ljubljana häufig die praktischere Verbindung.

Von den Bahnhöfen geht es anschließend mit Bus, Taxi oder Fahrrad weiter zum Bleder See.

Für einen Tagesausflug solltest du deshalb etwas mehr Zeit einplanen als für die reine Zugfahrt. Die Bahn bringt dich in die Region, aber nicht direkt an die Uferpromenade.

Mit der Bahn nach Bohinj

Bohinj ist für Bahnreisende besonders interessant, weil die Strecke durch eine abwechslungsreiche Landschaft führt. Die Bahn fährt nicht direkt an den See, sondern zum Bahnhof Bohinjska Bistrica. Von dort geht es mit Bus oder Fahrrad weiter in Richtung See.

Wer gerne Zug fährt, sollte diese Strecke nicht nur als Transportmittel betrachten. Die Verbindung durch die Julischen Alpen gehört zu den landschaftlich interessanteren Bahnfahrten des Landes.

Von Bohinj aus kannst du dann mehrere Tage verbringen, ohne das Auto zu benötigen. Wanderungen, der Bohinjer See und weitere Ausflugsziele lassen sich mit regionalen Bussen und zu Fuß miteinander verbinden.

Eine besondere Strecke: Ljubljana nach Nova Gorica

Für eine Reise mit etwas mehr Zeit ist die Verbindung Richtung Nova Gorica besonders interessant. Die Strecke führt durch unterschiedliche Landschaften und gehört zu den schönsten Bahnverbindungen Sloweniens.

Ein Höhepunkt ist die Fahrt über die Solkan-Brücke nahe Nova Gorica. Die historische Eisenbahnbrücke überspannt den Fluss Soča und ist schon wegen ihrer Konstruktion sehenswert.

Nova Gorica eignet sich außerdem als Ausgangspunkt für weitere Ausflüge in das Vipava-Tal und in die westslowenische Region.

Wer anschließend weiter Richtung Italien möchte, kann die Grenze nach Gorizia praktisch direkt im Stadtgebiet erreichen.

Mit dem Zug an die slowenische Küste

Auch die Küste lässt sich mit der Bahn erreichen. Der wichtigste Bahnhof ist Koper. Von Ljubljana führt die Strecke über den Karst hinunter zur Küste.

Die Fahrt ist interessant, weil sich die Landschaft unterwegs deutlich verändert. Aus dem Binnenland geht es über die Karstlandschaft schließlich Richtung Adriaküste.

Koper selbst lässt sich gut zu Fuß erkunden. Für Piran oder Izola brauchst du anschließend den Bus. Beide Orte besitzen keinen eigenen Bahnhof.

Das ist ein wichtiger Punkt für die Reiseplanung: Wer in Piran übernachten möchte, fährt nicht einfach mit dem Zug bis vor die Altstadt, sondern kombiniert Bahn und Bus.

Ljubljana, Celje und Maribor: Ideal für Städtereisen

Für eine Reise mit mehreren Stadtaufenthalten ist die Bahn besonders praktisch.

Celje liegt an einer wichtigen Bahnstrecke zwischen Ljubljana und Maribor. Die Stadt ist deshalb gut für einen Tagesausflug erreichbar. Sehenswert sind vor allem die historische Altstadt und die Burg Celje oberhalb der Stadt.

Weiter östlich liegt Maribor, die zweitgrößte Stadt Sloweniens. Sie ist für ihre Weinkultur bekannt und lässt sich ebenfalls gut mit dem Zug erreichen.

Auch Ptuj ist an das Bahnnetz angeschlossen. Die älteste Stadt Sloweniens eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug mit Stadtbesichtigung, Burg und einem Spaziergang entlang der Drau.

Für diese Ziele ist die Bahn tatsächlich eine gute Alternative zum Auto.

Und wie kommt man ins Soča-Tal?

Das Soča-Tal zeigt ziemlich gut, wo die Grenzen einer Bahnreise liegen.

Nach Most na Soči kommst du mit dem Zug. Für Ziele wie Tolmin, Kobarid oder Bovec musst du anschließend auf Bus oder andere Verkehrsmittel umsteigen.

Das ist trotzdem interessant, denn Most na Soči ist ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung des unteren Soča-Tals.

Wer bis Bovec möchte, sollte seine Verbindung sorgfältig planen. Die Busfahrpläne sind nicht unbedingt so dicht, dass du einfach jederzeit weiterfahren kannst. Besonders außerhalb der Hauptsaison lohnt sich deshalb ein Blick auf die aktuellen Verbindungen vor der Reise.

Mit dem Zug durch Slowenien: Welche Route eignet sich?

Für eine erste Reise ohne Auto bietet sich beispielsweise folgende Kombination an:

Ljubljana – Bled – Bohinj – Nova Gorica – Koper – Ljubljana

Damit bekommst du Stadt, Berge, Seen, Soča und Adriaküste in einer Reise zusammen.

Allerdings solltest du nicht versuchen, jeden Ort nur für ein paar Stunden abzuhaken. Gerade mit öffentlichen Verkehrsmitteln lohnt es sich, an den einzelnen Stationen ein oder zwei Nächte zu bleiben.

Eine andere Möglichkeit ist die östliche Route:

Ljubljana – Celje – Maribor – Ptuj

Diese Variante eignet sich besonders für alle, die sich für Geschichte, Wein und kleinere Städte interessieren.

Fahrkarten und Fahrpläne

Fahrkarten bekommst du an den Bahnhöfen, teilweise an Automaten und über die slowenische Bahn. Für die konkrete Reiseplanung ist der aktuelle Fahrplan entscheidend, denn gerade auf Nebenstrecken fahren die Züge nicht in kurzen Abständen.

Die slowenische Eisenbahn Slovenske železnice ist deshalb die wichtigste Anlaufstelle für aktuelle Fahrzeiten und Verbindungen.

Bei einer Rundreise lohnt es sich, die Preise der einzelnen Fahrten mit möglichen Angeboten zu vergleichen. Ob ein Pass oder eine Mehrfahrtenkarte tatsächlich günstiger ist, hängt von der geplanten Strecke ab.

Zugreisen mit Kindern und Fahrrädern

Eine Bahnreise kann auch mit Kindern angenehm sein. Niemand muss stundenlang am Steuer sitzen, und unterwegs gibt es mehr Bewegungsfreiheit als im Auto.

Auch Fahrräder können in bestimmten Zügen mitgenommen werden. Hier gelten allerdings unterschiedliche Bedingungen. Bei manchen Verbindungen ist die Fahrradmitnahme problemlos möglich, bei anderen muss sie vorher angemeldet oder ein zusätzliches Ticket gekauft werden.

Wer Slowenien mit Fahrrad und Bahn kombinieren möchte, sollte deshalb die jeweilige Verbindung vorher prüfen.

Wann lohnt sich die Bahn besonders?

Die Bahn ist in Slowenien vor allem dann praktisch, wenn du zwischen größeren Orten unterwegs bist oder eine Reise mit mehreren Städten planst.

Für eine klassische Rundreise mit Ljubljana, Celje, Maribor, Ptuj und Koper ist sie eine gute Möglichkeit.

Schwieriger wird es bei abgelegenen Bergdörfern, Wanderparkplätzen oder kleinen Sehenswürdigkeiten außerhalb der Bahnlinien. Dort bist du mit Bus, Fahrrad, Taxi oder Mietwagen flexibler.

Die beste Lösung ist deshalb nicht unbedingt entweder Bahn oder Auto. Gerade für eine längere Reise kann eine Kombination sinnvoll sein: die größeren Strecken mit dem Zug und vor Ort Busse oder andere Verkehrsmittel.

Eine Reise, bei der die Fahrt dazugehört

Wer Slowenien mit der Bahn bereist, sollte etwas mehr Zeit einplanen und nicht jede Verbindung nur nach der kürzesten Fahrzeit auswählen. Einige Strecken führen durch Landschaften, die du vom Auto aus kaum wahrnimmst.

Besonders die Fahrt durch die Julischen Alpen und die Verbindung Richtung Nova Gorica machen deutlich, dass Bahnfahren hier mehr sein kann als der reine Weg zum nächsten Ziel.

Slowenien ist klein genug, um auch ohne Auto viel zu sehen. Du musst lediglich etwas anders planen: weniger Ziele an einem Tag, dafür mehr Zeit an den einzelnen Orten. Für eine entspannte Reise kann das sogar ein Vorteil sein.

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