Almen in Slowenien: Wo die traditionelle Berglandwirtschaft weiterlebt

Hirtensiedlungen, Weidewirtschaft und traditionelle Käseherstellung in den slowenischen Bergen

Autor: Ursula

Sloweniens Almen gehören zu den charakteristischen Landschaften der Alpenregion. Im Slowenischen werden sie häufig als Planina bezeichnet. Während der Weidesaison ziehen Vieh und Hirten in höher gelegene Gebiete, wo die Tiere auf den Bergweiden bleiben. Gleichzeitig werden die Flächen in den tieferen Lagen für die Heuernte und andere landwirtschaftliche Arbeiten genutzt.

Die Almwirtschaft hat in Slowenien eine lange Geschichte. Besonders anschaulich lässt sie sich auf der Velika Planina bei Kamnik sowie auf den Almen der Pokljuka-Hochebene erleben. Beide Gebiete unterscheiden sich allerdings deutlich voneinander.

Velika Planina: Eine der bekanntesten Hirtensiedlungen Sloweniens

Die Velika Planina liegt in den Kamnik-Savinja-Alpen oberhalb von Kamnik. Bekannt ist die Hochfläche vor allem für ihre traditionelle Hirtensiedlung mit den charakteristischen hölzernen Hütten.

Die Gebäude sind keine sogenannten Kozolci. Dieser Begriff bezeichnet in Slowenien traditionelle Heutrocknungsgerüste. Die Hütten der Velika Planina werden dagegen als pastirski stanovi, also Hirtenhütten, bezeichnet.

Die Siedlung liegt auf etwa 1.500 bis 1.600 Metern Höhe. Während der Weidesaison werden die Hütten von Hirten genutzt. Einige dienen heute außerdem als Unterkünfte oder werden für Besucher geöffnet.

Zur Velika Planina gelangt man unter anderem mit der Seilbahn von Kamniška Bistrica. Von der Bergstation führt eine weitere Sesselbahn in Richtung Hochfläche. Wer zu Fuß unterwegs ist, findet dort verschiedene Wege zwischen den Hütten und über die Almflächen.

Die beste Zeit für die traditionelle Almwirtschaft liegt in den Sommermonaten. Dann sind die Weideflächen genutzt und die charakteristische Hirtensiedlung zeigt sich in ihrer eigentlichen Funktion.

Zajamniki und die Almen der Pokljuka

Die Pokljuka-Hochebene liegt in den Julischen Alpen und gehört zum Gebiet des Triglav-Nationalparks. Sie ist nicht nur für Wintersport und Biathlon bekannt, sondern auch für ihre traditionellen Almsiedlungen.

Eine der bekanntesten ist Zajamniki. Die langgezogene Ansammlung von Holzhütten liegt auf etwa 1.300 bis 1.400 Metern Höhe. Von hier reicht der Blick bei geeigneter Wetterlage bis zu den Gipfeln der Julischen Alpen.

Zajamniki unterscheidet sich deutlich von Velika Planina. Es handelt sich nicht um eine große, dicht konzentrierte Hirtensiedlung mit umfangreicher touristischer Infrastruktur. Stattdessen liegen die Hütten vergleichsweise locker über den Weideflächen verteilt.

Auf der gesamten Pokljuka gibt es mehrere weitere Almen. Die Hochebene verbindet damit traditionelle Weidewirtschaft mit einem großen Wandergebiet.

Velika Planina und Pokljuka im Vergleich

Die beiden Gebiete zeigen unterschiedliche Formen der slowenischen Almwirtschaft.

Velika Planina ist vor allem wegen ihrer zusammenhängenden Hirtensiedlung bekannt. Die charakteristischen Hütten bilden dort das zentrale Element der Landschaft. Durch die Seilbahn ist das Gebiet außerdem vergleichsweise einfach erreichbar.

Pokljuka ist stärker von Wald, Hochflächen und mehreren verstreuten Almen geprägt. Zajamniki ist dabei eine der bekanntesten Siedlungen, aber nur ein Teil des größeren Almgebiets.

Für Besucher bedeutet das einen unterschiedlichen Schwerpunkt: Auf der Velika Planina steht die Hirtensiedlung im Mittelpunkt, während sich auf der Pokljuka Almwirtschaft gut mit Wanderungen durch die Landschaft verbinden lässt.

Almwirtschaft und traditionelle Produkte

Die sommerliche Weidewirtschaft hat nicht nur die Landschaft, sondern auch die regionale Lebensmittelkultur geprägt. Auf slowenischen Almen werden Milch und Milchprodukte teilweise noch direkt während der Weidesaison verarbeitet.

Zu den bekannten slowenischen Almkäsesorten gehört Trnič, ein traditioneller Käse der Velika Planina. Die kleinen, birnenförmigen Käse wurden traditionell von den Hirten hergestellt und dienten unter anderem als Geschenk für Frauen im Tal.

Daneben gibt es verschiedene regionale Almkäse und Milchprodukte, deren Herstellung von Alm zu Alm unterschiedlich ist. Nicht jede Hütte produziert während der gesamten Saison selbst Käse, und auch die Verkaufszeiten können variieren.

Wer Produkte direkt auf einer Alm kaufen möchte, sollte deshalb mit saisonalen Öffnungszeiten rechnen.

Wandern zwischen Almen

Die Almen lassen sich gut mit Wanderungen verbinden. Dabei unterscheiden sich die Anforderungen je nach Ausgangspunkt und Route erheblich.

Auf der Velika Planina gibt es verschiedene Rundwege, die zu den Hirtensiedlungen und weiteren Punkten der Hochfläche führen. Durch die Seilbahn kann der Aufstieg verkürzt werden.

Auf der Pokljuka führen Wanderwege zu verschiedenen Almen und weiter in die Julischen Alpen. Die Wege sind nicht automatisch einfach, nur weil sie durch eine Almregion führen. Länge, Höhenunterschied und Wetter sollten bei der Planung berücksichtigt werden.

Zajamniki lässt sich von verschiedenen Ausgangspunkten erreichen. Die häufig genannten Gehzeiten von rund 45 Minuten beziehen sich auf bestimmte Ausgangspunkte und sollten deshalb nicht pauschal für jede Route übernommen werden.

Die Almwirtschaft im Jahresverlauf

Die klassische Weidesaison beginnt abhängig von Höhenlage, Wetter und Vegetation im späten Frühjahr und endet im Herbst.

Im Sommer sind die Chancen am größten, Vieh und bewirtschaftete Hütten zu sehen. Besonders Juli und August liegen mitten in der Hauptsaison.

Im Frühjahr und Herbst kann die Situation bereits anders aussehen. Manche Hütten sind noch nicht beziehungsweise nicht mehr bewirtschaftet, und das Wetter kann in den Bergen schnell wechseln.

Im Winter verändern Schnee und Witterung die Landschaft vollständig. Die meisten traditionellen Almhütten werden dann nicht als saisonale Hirtenunterkünfte genutzt. Gebiete wie die Pokljuka spielen in dieser Jahreszeit dagegen eine wichtige Rolle für Wintersport.

Almen sind mehr als ein Ausflugsziel

Die slowenischen Almen sind keine künstlich angelegten Sehenswürdigkeiten, sondern Teil einer über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft. Ihre Entstehung hängt eng mit der Viehhaltung, der Nutzung der Bergweiden und der Bewirtschaftung der tiefer gelegenen Flächen zusammen.

Gerade deshalb unterscheiden sich die einzelnen Almen so stark voneinander. Manche sind durch eine größere Hirtensiedlung geprägt, andere bestehen nur aus wenigen Hütten und weitläufigen Weideflächen.

Velika Planina und Zajamniki machen diese Unterschiede besonders anschaulich. Beide gehören zu den bekannten Almzielen Sloweniens, stehen aber für unterschiedliche Landschaftsbilder und Formen der touristischen Nutzung.

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