Seen in Slowenien
Der Bleder See ist das klassische Postkartenmotiv Sloweniens
Autor: Ursula
Bleder See oder Bohinjer See?
Wenn du zum ersten Mal nach Slowenien reist, stehen meist zwei Seen ganz oben auf der Liste: der Bleder See und der Bohinjer See. Beide liegen in der Region Oberkrain und sind nicht weit voneinander entfernt. Trotzdem könnten sie kaum unterschiedlicher sein.
Der Bleder See ist das klassische Postkartenmotiv Sloweniens. Die kleine Insel mit der Marienkirche, die Burg hoch über dem Wasser und die Berge im Hintergrund machen den See unverwechselbar. Dazu kommen die Pletna-Boote, Cafés, Hotels und zahlreiche Ausflugsangebote.
Das hat allerdings seinen Preis. Gerade im Sommer kann es rund um Bled sehr voll werden. Wer den See in Ruhe erleben möchte, sollte möglichst früh am Tag unterwegs sein oder die Hauptsaison meiden.
Der Bohinjer See liegt dagegen deutlich ruhiger im Triglav-Nationalpark. Die Landschaft wirkt ursprünglicher und der See ist stärker mit Wandern und Naturerlebnissen verbunden. Rund um das Ufer gibt es zahlreiche Wege, außerdem beginnen hier Touren in die umliegende Bergwelt.
Für einen ersten Eindruck von Bled reicht ein halber bis ganzer Tag. Für Bohinj würde ich eher einen ganzen Tag einplanen, bei Wanderinteresse auch eine Übernachtung.
Bohinjer See: Die ruhigere Alternative
Der Bohinjer See ist mit rund 3,2 Quadratkilometern der größte natürliche See Sloweniens. Er liegt eingebettet zwischen den Bergen des Triglav-Nationalparks und wirkt dadurch wesentlich abgeschiedener als Bled.
Ein Rundweg führt um den See. Je nach Tempo und Pausen kannst du dafür mehrere Stunden einplanen. Besonders schön ist die Strecke am Nordufer, wo sich immer wieder Blicke auf das Wasser und die umliegenden Berge öffnen.
Im Sommer wird im Bohinjer See auch gebadet. Das Wasser bleibt allerdings selbst in der warmen Jahreszeit eher frisch. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten für Wassersport, darunter Kajak und Stand-up-Paddling.
Wer lieber in die Höhe möchte, kann mit der Vogel-Seilbahn vom Bereich bei Ukanc hinauf in die Bergwelt fahren. Von dort eröffnet sich ein weiter Blick über Bohinj und die Julischen Alpen.
Auch der Savica-Wasserfall lässt sich gut mit einem Aufenthalt am Bohinjer See verbinden.
Bohinj ist deshalb besonders interessant, wenn du deinen Urlaub nicht nur mit Sehenswürdigkeiten füllen möchtest, sondern Natur, Bewegung und Ruhe suchst.
Der Bleder See: Bekannt, aber trotzdem sehenswert
Dass Bled touristischer ist, bedeutet nicht, dass sich der Besuch nicht lohnt. Die Lage des Sees ist tatsächlich außergewöhnlich.
Der rund sechs Kilometer lange Uferweg eignet sich für einen Spaziergang und führt an unterschiedlichen Perspektiven auf die Insel, die Burg und die Berge vorbei. Für den kompletten Rundweg solltest du ungefähr zwei Stunden einplanen, mit Fotostopps entsprechend mehr.
Zur Insel gelangst du traditionell mit einer Pletna oder mit einem Ruderboot. Auch die Burg von Bled gehört für viele Besucher zum Programm. Von oben hast du einen besonders schönen Blick über den See.
Mein Tipp: Bled früh am Morgen oder später am Nachmittag besuchen. Dann ist die Atmosphäre deutlich angenehmer als mitten im Tagestrubel.
Wer beide Seen miteinander verbinden möchte, kann Bled und Bohinj problemlos auf einer Reise kombinieren. Sie liegen nur rund 30 Kilometer voneinander entfernt.
Weitere Seen für Reisende, die etwas anderes suchen
Neben Bled und Bohinj gibt es in Slowenien weitere Seen und Gewässer. Sie sind allerdings nicht alle mit den beiden großen Besuchermagneten vergleichbar.
Der Jasna-See bei Kranjska Gora ist ein gutes Beispiel. Der kleine, künstlich angelegte See liegt direkt an der Straße zum Vršič-Pass und lässt sich hervorragend mit einem Aufenthalt in Kranjska Gora verbinden. Hier geht es weniger um einen langen Badetag als um Landschaft, Spaziergänge und einen schönen Blick auf die Berge.
Auch der Planšarsko jezero bei Jezersko ist interessant. Der kleine See liegt in einer beeindruckenden Berglandschaft und eignet sich eher für einen ruhigen Zwischenstopp als für einen kompletten Tagesausflug.
Im Osten des Landes finden sich außerdem verschiedene kleinere Stauseen und Gewässer. Sie spielen touristisch eine deutlich geringere Rolle und sind vor allem dann interessant, wenn du ohnehin in der jeweiligen Region unterwegs bist.
Das ist überhaupt eine gute Faustregel für Slowenien: Nicht jeder See muss ein eigenes Reiseziel sein. Manche Gewässer lassen sich wunderbar mit einer Rundreise, einer Wanderung oder einem Aufenthalt in einem nahegelegenen Ort verbinden.
Was kannst du an den Seen unternehmen?
Die Möglichkeiten unterscheiden sich von See zu See.
Baden: Bled und Bohinj sind die bekanntesten natürlichen Badeseen. Das Wasser bleibt vergleichsweise frisch, kann sich im Hochsommer aber angenehm erwärmen.
Wandern: Rund um Bohinj hast du wesentlich mehr Möglichkeiten. Der See liegt mitten im Triglav-Nationalpark und ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen.
Wassersport: Am Bohinjer See sind Kajak und Stand-up-Paddling beliebte Aktivitäten. Auch am Bleder See gibt es Möglichkeiten für Wassersport, allerdings in deutlich touristischerem Umfeld.
Spazieren: Für einen gemütlichen Spaziergang eignet sich Bled besonders gut. Der Rundweg ist überschaubar und lässt sich mit Cafés und Sehenswürdigkeiten verbinden.
Fotografieren: Bled ist mit Insel, Kirche und Burg das klassische Motiv. Bohinj punktet dagegen mit einer natürlicheren Bergkulisse.
Welcher See passt zu deiner Reise?
Wenn du zum ersten Mal in Slowenien bist und das berühmte Motiv sehen möchtest, gehört Bled durchaus auf die Liste. Du musst dafür aber nicht mehrere Tage einplanen.
Wenn du Ruhe, Wandern und Natur bevorzugst, würde ich Bohinj vorziehen.
Wenn du beide Seiten Sloweniens kennenlernen möchtest, ist die Kombination ideal: Bled für das bekannte Slowenien, Bohinj für die ruhigere und ursprünglichere Seite.
Der Jasna-See passt gut zu einer Reise nach Kranjska Gora und lässt sich mit dem Vršič-Pass verbinden. Jezersko wiederum eignet sich für alle, die bewusst kleinere und weniger bekannte Landschaften suchen.
Anreise von Ljubljana
Von Ljubljana ist Bled mit dem Auto in ungefähr einer Stunde erreichbar. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Ort gut angebunden.
Nach Bohinj dauert die Fahrt etwas länger. Mit dem Auto solltest du ungefähr anderthalb Stunden einplanen, abhängig vom Ausgangspunkt und Verkehr. Mit Bus oder Bahn ist die Verbindung ebenfalls möglich, allerdings solltest du dafür mehr Zeit einplanen.
Wer mehrere Seen und kleinere Orte miteinander verbinden möchte, ist mit einem Mietwagen deutlich flexibler. Für einen reinen Aufenthalt in Bled oder Bohinj ist ein Auto dagegen nicht zwingend notwendig.
Wann lohnt sich ein Besuch?
Im Frühling ist die Landschaft rund um die Seen besonders grün. Allerdings kann das Wetter noch wechselhaft sein und in den Bergen liegt teilweise noch Schnee.
Der Sommer eignet sich am besten zum Baden und für Wassersport, ist aber gleichzeitig die vollste Reisezeit. Besonders Bled kann dann sehr belebt sein.
Der frühe Herbst gehört für mich zu den interessantesten Zeiten. Die Temperaturen sind meist angenehm zum Wandern, die großen Besuchermengen lassen nach und die Landschaft beginnt sich langsam zu verfärben.
Auch der späte Herbst kann seinen Reiz haben. Für Badeurlaub ist er natürlich nicht mehr geeignet, für Spaziergänge und eine Kombination mit anderen Sehenswürdigkeiten dagegen durchaus.
Bled oder Bohinj: Die schnelle Entscheidung
Bled, wenn du das berühmte Slowenien kennenlernen möchtest, Sehenswürdigkeiten magst und nur wenig Zeit hast.
Bohinj, wenn du Natur, Berge, Wandern und weniger Trubel suchst.
Beide, wenn du zwei sehr unterschiedliche Seiten der slowenischen Seenlandschaft erleben möchtest.
Und genau deshalb würde ich nicht versuchen, Bled und Bohinj gegeneinander auszuspielen. Sie erfüllen unterschiedliche Erwartungen. Wer Zeit für beide hat, bekommt mit relativ wenig Fahrerei zwei völlig unterschiedliche Reiseerlebnisse.